20.04.2020

Wie kann ich lernen mit mir und meinen Emotionen in schwierigen Zeiten besser umzugehen?

Wir Menschen sind soziale Wesen, dies wird uns durch die aktuelle Kontaktsperre wieder bewusst gemacht. Beziehungen sind überlebenswichtig. Wie kommt es, dass sich Menschen in Krisensituation anders verhalten als im normalen Alltag?

Lesen Sie mehr – Dauer: 6 Minuten – mit verschiedenen Tipps

Wie kann ich lernen mit mir und meinen Emotionen in schwierigen Zeiten besser umzugehen?

Allgemeine Situation:

Die Welt steht Kopf. Viele offene Fragen zum Geschehen bleiben unbeantwortet. Der Versuch, die Situation zu verstehen, ist eine Herausforderung. Spitäler, die Kurzarbeit anmelden, öffentliche Verkehrsmittel, die leer durch die Gegend fahren, gestrandete Flugzeugflotten etc. Agenden voller Geschäftstermine sind plötzlich mit Freiraum versehen. Familien müssen zusammenrücken, Berufs- und Schulalltag teilen und anstelle von individuellen Freizeitaktivitäten gehen sie gemeinsam in der Natur spazieren.

Wir Menschen sind fähig durch widrigste Umstände zu gehen, wenn wir das «WARUM» unseres Lebens verstehen. Wesentlich scheint mir, dass jeder für sich selbst dieses « WARUM» herauskristallisiert, um damit sein Leben mit Sinn zu füllen. Den Sinn in einer schwierigen Herausforderung zu erkennen, setzt unbewusste Ressourcen frei und hilft Ihnen, Ihre Träume zu realisieren.

Wendepunkt: Erkenntnis

Menschen sind vielfältig und einzigartig. Sie verhalten sich unterschiedlich in Krisensituationen, was Beziehungen stärkt oder sie auseinanderbrechen lässt. Das Fundament jeder Beziehung ist Vertrauen und gegenseitiger Respekt des Andersseins – auch in Ausnahmesituationen. Führungskräfte und Mitarbeitende zum Beispiel lernen sich aktuell von einer anderen Seite kennen. Die alltägliche Einschränkung ist ein Prüfstein für Familien, Partnerschaften und alleinstehende Personen. Eine Weisheit besagt: In der Krise lernen wir den Menschen wirklich kennen.

Lösungen: Tools

Das WARUM: Selbstreflexion

  • Fragen Sie sich: «Welche Vorteile hat diese aktuelle Lebensform für mich? Welche positiven Erfahrungen möchte ich aus dem Lockdown weiter in meinem Alltag belassen? Was nehme ich für meine Arbeitswelt und mein Privatleben als wertvoll mit? Was ist der Sinn meines Lebens?» Verbinden Sie sich mit Ihrer Innenwelt, sie hat die Antworten für Sie. Schauen Sie sich dafür den Blog «Es ist die ZEIT «NEUES» zu wagen!» an. (Stärken Sie sich mit mentalem Training von innen heraus).
     
  • «Wie gehe ich mit meinen Emotionen um?» Lassen Sie Ihren Emotionen Raum, ohne sich hineinzusteigern und Sie werden sehen, die Emotionen werden Sie wieder verlassen, sobald diese Ihre volle Aufmerksamkeit bekommen haben. Sie haben dadurch ihre Aufgabe erfüllt. 

    Wichtig ist auch die Erkenntnis: Sie sind nicht Ihre Gefühle, Sie haben Gefühle und das ist gut so. Ohne Emotionen wären wir Roboter. Zur Frage «wie besänftige ich die Angst?» habe ich einen Ansatz entwickelt:

A  Achte auf deine Gefühle

N Neues will entstehen

Geduld und Gelassenheit sind deine Ratgeber

S Sicherheit bei beständigen Dingen im Leben suchen

T Traue dir selbst mehr zu, so wächst das Vertrauen

Menschen ticken unterschiedlich. Die Verhaltenstendenzen nach LUDOKI Personality (basierend auf INSIGHTS/PersologDISG):

Die vier Verhaltenspräferenzen zeigen die bevorzugten bewussten und unbewussten Verhaltensweisen in den unterschiedlichsten Lebenslagen. Sie helfen uns, die Menschen besser kennenzulernen, ohne sie zu bewerten. Gerade in Krisensituation unterstützen sie uns mit sich und den Veränderungen des Gegenüber besser umzugehen.

Introversion versus Extraversion

Introvertierte Menschen haben eine reiche Innenwelt. Sie ziehen sich dahin zurück, um Energie zu tanken und Lösungen für anstehende Probleme zu finden. Extrovertierte Menschen suchen den Kontakt zu anderen, um ihre Batterien aufzutanken. In den Diskussionen mit anderen finden sie die Antworten für ihre Fragen. Wie Sie sehen, es gibt weder richtig noch falsch, es ist einfach anders.

Verstand versus Gefühl

Wenn wir Entscheidungen fällen, haben Menschen unterschiedliche Vorgehensweisen. Die einen kreieren eine strukturierte Checkliste oder eine Balance zwischen Pro und Contra in ihrem Kopf. Die anderen lassen sich vom Gefühl leiten. Kann ich dieser Person vertrauen? Wie fühle ich mich in dieser Umgebung? Fühlt es sich gut an oder nicht? Sie hören vermehrt auf ihr Bauchgefühl. Auch hier gibt es kein richtig oder falsch.

Wie reagieren nun diese unterschiedlichen Verhaltensweisen tendenziell in einer Krise?

Intervortierte Denker kommen ins Grübeln, werden unnahbar und planen 120% ihrer Aktivitäten, was sie detailbehaftet und handlungsunfähig macht. Lösung: Erstellen Sie eine Stärke-Schwäche-Analyse. Reduzieren Sie Ihre Planungsbestreben auf 80 %. Springen Sie über den eigenen Schatten und trauen Sie sich mehr zu. Fassen Sie Mut, neue Dinge auszuprobieren.

Bei den introvertierten Fühlern entsteht ein Drama. Sie, leiden mit den anderen mit und sind pessimistisch. Sie benutzen häufig den Ausdruck:
«Ja, aber…».
Lösung: Machen Sie das Gegenteil von dem, was Sie sonst tun. Wagen Sie Neues und haben Sie keine Angst vor Misserfolg. Schliessen Sie sich Gruppen an oder suchen Sie Teamwork. Verbinden Sie sich mit der Natur, um Ihr Vertrauen zu stärken.

Extrovertierte Denker werden wütend und herrisch, sind hoch aktiv, bekommen einen Tunnelblick und hören gar nicht mehr zu.
Lösung: Erstellen Sie einen Ressourcenplan für Ihre eigene Balance. Erkennen Sie Chancen und erarbeiten Sie kreative Lösungen. Üben Sie sich in innerer Gelassenheit. Hören Sie bewusst zu und zeigen Sie Ihrem Gegenüber Wertschätzung.

Die extrovertierten Fühler neigen zu einem chaotischen Aktivismus und beginnen 10 Projekte ohne eines abzuschliessen. Sie verlieren sich in den Online-Angeboten, werden anarchistisch mit einem Hang zu Übertreibungen.
Lösung: Strukturieren SieIhre Tätigkeiten. Erstellen Sie zielgerichtete Checklisten und setzen Sie Prioritäten. «Kopf lüften» ist angesagt. Planen Sie Aktivitäten an der frischen Luft und ziehen Sie sich nach innen zurück durch Atemübungen, Meditationen etc.

Mehrheitlich ist uns nicht bewusst, wie wir in hochemotionalen Situationen reagieren. Das Verstehen dieser Verhaltenstendenzen fördert unsere Selbstreflexion und das Verständnis des Gegenübers. Wir bauen damit wertvolle Brücken und lassen Vertrauen entstehen.
Bedenken Sie bitte, Sie sind nicht nur eine «Farbe». Sie sind ein Regenbogen, eine Schatztruhe voller Ressourcen und Möglichkeiten.

Haben Sie fragen? Kann ich Sie unterstützen?

Schreiben Sie mir oder rufen Sie mich an.
Email: post@susanne-zimmermann.ch oder www.susanne-zimmermann.ch

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