05.07.2019

Widerstand in positive Energie umwandeln

Wenn die Mitarbeitenden sich auflehnen und den Fortschritt hemmen

Widerstand in positive Energie umwandeln

Aus der Physik wissen wir, dass ein elektrischer Widerstand nötig ist, um Stromstärke durch einen Leiter fliessen zu lassen. Beim Menschen entsteht durch Widerstand genau das Gegenteil, er blockiert. Was löst diese Blockade aus und wie kann sie produktiv in Stärke gewandelt werden?

Rückblick: Durch die Übernahme eines Unternehmens wurde die interne Organisation umgebaut und ein SAP implementiert. Dies hatte wesentliche Veränderungen für die Mitarbeitenden zur Folge. Eine Dame im Innendienst, die seit mehr als 25 Jahren für das Unternehmen tätig war, ging in den aktiven Widerstand, indem sie bei jeder Anpassung lautstark referierte, wie unmöglich doch «dieses Neue» sei. Als Langzeitangestellte hatte sie einen gewissen Einfluss durch ihr hohes Engagement für das Unternehmen.

Blockade wertvoller Ressourcen

Welchen Prozess durchlebt die Mitarbeiterin? Sie wurde aus ihrer Komfortzone gekippt, in der sie sich sicher und aufgehoben fühlte. Als ihr bewusst wurde, dass es für sie in diesem Änderungsprozess keine Ausnahme gibt, kamen Unsicherheit und Ängste auf. Existenzängste, Lernängste, Angst vor Ausgrenzung … all das blockiert das persönliche Potenzial, u. a. Erfahrungswissen, wertvolle Fachkenntnisse und letztendlich das Vertrauen in sich selbst.

Was haben wir unternommen?

Betroffene zu Beteiligten verpflichten

  1. Schritt: Zeigen Sie die positiven Seiten und den Sinn der Veränderung – fokussieren Sie die Vorteile für das Unternehmen und das Team. Zeigen Sie auch auf, was bestehen bleibt.
  2. Schritt: Bieten Sie interne Trainings an und paaren Sie diese mit Coachings on the Job mit einem Teamkollegen oder einer Teamkollegin, die sich mit Leichtigkeit und bereitwillig in solche Themenbereiche einarbeitet.
  3. Schritt: Schaffen Sie Raum und Zeit, in der die Mitarbeitenden unbelastet üben können. Sie fördern damit den Teamzusammenhalt.
  4. Schritt: Führen Sie Einzelgespräche mit Mitarbeitenden, die sich im Widerstand befinden. Wertschätzen Sie Altbewährtes und integrieren Sie den emotionalen Prozess, den die Menschen in unterschiedlichen Geschwindigkeiten durchlaufen.
  5. Vermeiden Sie Druck und unrealistische Zielvorgaben. Mitarbeitende, die innerlich «NICHT WOLLEN», haben im Unternehmen keinen Platz mehr. Sie blockieren sich selbst und den Fortbestand der Organisation.
  6. Schritt: Als direkte Führungskraft sollten Sie den Prozess nahe begleiten und stets präsent sein. So können Ängste in Ressourcen umgesetzt werden.
  7. Schritt: Eine praxisbezogene Erfolgskontrolle (Zielerreichung) ist unabdingbar und der Erfolg ist entsprechend zu feiern! Lob und Anerkennung sind starke Führungsinstrumente und mindern Widerstände. Haben Sie den Mut, bei einer ineffizienten Veränderung in einer kontraproduktiven Situation einen Schritt zurückzugehen und eine effektivere Lösung zu suchen (Agile Organisation).

Fazit: Widerstand kann nur mit einer klaren und wertschätzenden Führung gelöst und in engagierten Ansporn gewandelt werden. Setzen Sie also ganz oben an und begleiten Sie den angehenden Prozess mit Ihrer persönlichen Unterstützung und Ihrem guten Beispiel!

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