05.06.2019

Die ideale Führung ist ein Mythos

Entscheidend ist die Wirkung, die eine Führungskraft erzeugt

Die ideale Führung ist ein Mythos

Menschen zu führen ist kein Nebenjob, sondern eine berufliche Herausforderung. Leider wird Führung in vielen Unternehmen als «Beiwerk» betrachtet, welches on top auf die täglich zu erledigenden Aufgaben kommt. Die so wichtigen Grundsätze für wirksame Führung können damit nicht gewährleistet werden. Wie Sie als Führungskraft wirksamer werden, erfahren Sie in diesem Artikel.

Um den Teilnehmenden meiner Workshops näherzubringen, was wirksame Führung braucht, lassen wir uns gemeinsam auf das Abenteuer ein. Wir gehen in den Austausch von Erfahrungen und das Experimentieren mit Unbekanntem. So zum Beispiel mit dieser Fragestellung: „Verraten Sie mir Ihre Strategie, mit der Sie es auch unter Zeitdruck schaffen, konzentriert und erfolgreich Ihre Aufgaben zu beenden!“ Einer der anwesenden Führungskräfte erwiderte, dass er in seiner Arbeit keinen Zeitdruck mehr verspüre. Das wünschten sich auch die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Was also macht dieser Führungsverantwortliche anders als die anderen?

Er hatte sich während der letzten Jahre seiner Führung angeeignet, seine Mitarbeitenden stärkenorientiert einzusetzen. Ein Prozess, der bereits bei der Rekrutierung von neuen Fachkräften beginnt. Er delegierte alle Aufgaben, die seine Mitarbeitenden in eigener Kompetenz ausführen können und sensibilisierte sie für die laufenden Zielvorgaben. Dadurch entstanden eine Vertrauensbasis und ein «innerer Antrieb», die das selbstverantwortliche Arbeiten aktivierten und förderten. Er gab aber auch zu, dass es kein einfacher Weg war, sondern ein steiniger. Den er bewusst und zielstrebig immer weiter gehen musste. Mit dieser Entschlossenheit schaffte er es, Stein für Stein aus dem Weg zu räumen und den Weg frei für wirksame, entspannte Führung zu machen.

Wie hat er es geschafft?

Er ist aktiv in die Selbstreflexion gegangen und hat eine Bewusstheit für seine Wirkung auf seine Mitarbeitenden erlangt. Denn Körpersprache und Mimik werden oft falsch interpretiert. Wer Dinge offen anspricht, sich für die Stärken seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter interessiert und dementsprechend Sachaufgaben delegiert, die er bis zu diesem Zeitpunkt selbst ausgeführt hat, der kann seine Führungswirksamkeit steigern. Und genau diese Aspekte auch in der Rekrutierung einbinden. So weiß er, welche Fach- und vor allem Sozialkompetenzen gefragt sind – und für die nächste Stelle damit relevant. Und er wird die richtige Person an den richtigen Platz setzen.

Erkenntnisse für wirksames Führen

  • Selbstreflexion: Eine ehrliche und konstruktive Auseinandersetzung mit sich selbst, seinen persönlichen Überzeugungen und seinem kooperativen Verhalten den Mitarbeitenden gegenüber.
  • Vertrauen schaffen durch Integrität und Authentizität. Erfolge und erfolgreiche Ideen der Mitarbeitenden gehören den Mitarbeitenden.
  • Delegation alsMotivation und Weiterentwicklung der Mitarbeitenden einsetzen.
  • Mitarbeitende am Zielerreichungsprozess beteiligen. Das Denken und Handeln auf das ausrichten, was die Organisation braucht. Und dabei die persönliche Einstellung und Haltung immer wieder überprüfen.
  • Führungswerkzeuge und -strategienstetigweiterentwickeln und sinnvoll ein- und umsetzen.
  • Schlüsselformel «MMMM» einsetzen: Man muss Menschen mögen, denn nur so können auch schwierige Mitarbeitende und Situationen helfen, die eigenen Führungskompetenzen zu erweitern. Setzen Sie so ungeahnte Ressourcen frei und entwickeln Sie Ihren Erfahrungsschatz.

Fazit: Mit diesen Erkenntnissen können Sie die Resultatorientierung und den Zusammenhalt stärken, sich auf das Wichtige konzentrieren, Stärken nutzen sowie Vertrauen schaffen.

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